MIXED UP Wettbewerb 2016: Die Finalisten stehen fest

53 herausragende Kooperationen von Kultur und Schule haben die Endrunde des von Bundesjugendministerium und BKJ ausgeschriebenen Wettbewerbs erreicht. Hier geht es zu den Finalisten.

Zum zwölften Mal hatten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gemeinsam dazu aufgerufen, Konzepte einer erfolgreichen Zusammenarbeit aus außerschulischen Kulturpartnern und Schulen einzureichen.

Das Engagement vieler teilnehmender Kooperationsteams reicht weit über einzelne Projektvorhaben hinaus und ist auf eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit ausgelegt. Vielerorts sind zu den Partnern aus Kultur und Schule auch Vereine, Träger der Jugendhilfe, Migrantenselbstorganisationen und weitere Akteure aus dem Sozialraum der beteiligten Kinder und Jugendlichen hinzugekommen. So haben sich Kooperationsprojekte zu Netzwerken für mehr Chancengerechtigkeit und kulturelle Teilhabe entwickelt.

2016 werden Preisträger in acht Preiskategorien gekürt und mit insgesamt 19.000 Euro Preisgeld prämiert. Neu sind in diesem Jahr der MIXED UP Preis Ankommen (Kooperationsprojekte mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen) sowie der MIXED UP Preis Elternbeteiligung (Kooperationsprojekte, die das Engagement und die Mitgestaltung von Eltern in den Fokus rücken). Das Preisgeld für letzteren stiftet der Bundeselternrat.

Der MIXED UP Länderpreis wird in diesem Jahr durch das Hessische Kultusministerium vergeben. Gekürt wird eine Kooperation aus dem Land Hessen, die mit Kunst und Kultur Lernen in Vielfalt ermöglicht und innovative Wege mit Blick auf eine barrierefreie, gleichberechtigte Teilhabe beschreitet.

Der MIXED UP Preis Partizipation wird von der MIXED UP Jugendjury vergeben. Diese setzt sich in diesem Jahr aus Schülerinnen und Schülern aus Baden-Württemberg zusammen, die sich im „KulturStarter“-Programm der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg zu Mentor/innen für mehr Kulturelle Bildung an Schulen haben ausbilden lassen. Die MIXED UP Jugendjury vergibt seit 2011 einen eigenen Preis für Projekte mit dem Fokus Partizipation und Schülerbeteiligung.

Im September werden die beiden MIXED UP Jurys tagen und die diesjährigen Preisträger bestimmen. Die Gewinner werden anschließend bekannt gegeben und am 17. November 2016 im Rahmen eines bundesweiten Fachtags in Wiesbaden feierlich prämiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Kultur macht stark – es geht weiter

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat bei der ersten bundesweiten Tagung des Programms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« in Berlin die Fortsetzung des Programms angekündigt. Dazu soll weiterhin mit Verbänden und Initiativen als Programmpartnern zusammengearbeitet werden. Darüber hinaus verkündete sie, dass im Programm ab sofort zunächst bis zum Jahr 2017 zusätzliche 5 Millionen Euro für Projekte mit jungen erwachsenen Flüchtlinge bis 26 Jahre zur Verfügung stünden.

Außerdem wurde auch die aktuelle Richtlinie um eine Ausschreibung erweitert, die Konzepte für junge Geflüchtete (im Alter von 19 bis 26 Jahren) fördert.

Diese Informationen zur „Förderrichtlinie erwachsene Flüchtlinge“ finden Sie unter: http://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/foerderrichtlinie-erwachsene-fluechtlinge-753.php. Neben der Förderrichtlinie gibt es ein FAQ und die Informationen zur Antragstellung.

Neues Förderprogramm: Kulturprojekte in Brandenburg sollen Integration unterstützen

Das Land Brandenburg stellt zusätzlich 200.000 Euro zur Verfügung – die Antragstellung ist ab sofort möglich

Ein neues Förderprogramm zur Integration und Partizipation von Geflüchteten in Brandenburg unterstützt Projekte, mit denen Geflüchteten die Teilhabe an Kulturaktivitäten erleichtert wird. Zugleich soll der kulturelle Austausch zwischen Geflüchteten und Brandenburgern  intensiviert werden.

Antragsfrist ist der 30. April.

 

Förderprogramm Kulturelle Bildung des Landes Brandenburg 2016

 

Ab sofort können Anträge für die Förderung von Projekten im Bereich der kulturellen Bildung für das Jahr 2016 gestellt werden. Antragsfrist ist der 30. März 2016.

Nähere Informationen finden Sie in den Förderrichtlinien. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage der Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg, die auch am 15. März eine Informationsveranstaltung zum Förderprogramm anbietet.

Fonds Soziokultur: 525.000 Euro Fördermittel an 68 Kulturprojekte

Flüchtlinge und Aufnahmegesellschaft im Fokus

Auf seiner Vergabesitzung für das erste Halbjahr 2016 hatte das Kuratorium des Fonds Soziokultur erneut die Qual der Wahl. Es galt, aus insgesamt 373 vorliegenden Anträgen, davon rund ein Drittel dem Thema »Flucht und Flüchtlinge« gewidmet, die besten auszuwählen. Positiv beschieden wurden schließlich 68 Modellvorhaben mit einer Fördersumme von rund 525.000 Euro. Darunter waren wiederum 29 Projekte, also über 40 %, die das Verhältnis von Einheimischen und Geflüchteten mit künstlerischen Mitteln thematisieren.

Auf die Suche nach dem „Geschmack der Heimat“ begibt sich z.B. der Kulturverein Päwesin bei Brandenburg. Eine Volksküche, eine Theaterperformance und ein Chor bringen Einheimische und Flüchtlinge mit ihren jeweils national gefärbten Eigenarten zusammen: beim Kochen, beim Theater spielen und beim Singen. In „Heimaten – eine aktionistische Recherche“ von label m, der Werkstatt für Jugendkultur aus Saarbrücken, drehen Jugendliche mit Migrationshintergrund einen biografisch gefärbten Dokumentarfilm zum aktuellen Fluchtgeschehen und verknüpfen diesen mit der Frage nach den Menschenrechten. Die „Odyssee.16“ der Tuchfabrik Trier versammelt schließlich junge AsylbewerberInnen im Theater, um gemeinsam mit ortansässigen Handwerkern ihre Fluchtgeschichten in Bühnenbilder umzusetzen und dabei erste Perspektiven einer möglichen Ausbildung aufzuzeigen.

„Das Kuratorium des Fonds Soziokultur konnte erneut ein überzeugendes Förderergebnis präsentieren“, meint resümierend der Geschäftsführer des Fonds, Dr. Norbert Sievers. Für ihn ist es auch kein Zufall, dass dabei Projekte zur Flüchtlingsproblematik einen thematischen Schwerpunkt bilden. „Soziokultur erleichtert das Ankommen in einer fremden Gesellschaft. Indem sie die Lebenswirklichkeit der Menschen in die Kulturarbeit einbezieht, befördert sie Kommunikation, Austausch und sozialen Zusammenhang.“

Soziokultur reagiert indes nicht nur auf gesellschaftliche Problemlagen, sondern ist auch praktizierte Lebenslust, Stachel im Fleisch des Alltags mit seinen Routinen und unhinterfragten Wahrheiten. So gehören zu den geförderten Projekten auch die „Humor-Helden der Heimat“ des Jugend-Kulturzentrums Bollwerk 17 in Moers. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Internationalen ComedyArts Festivals wird die stadthistorische Ausstellung im Schloss mit zahlreichen „Fake-Installationen“ angereichert, um so die Moerser Kulturlandschaft auf selbstironische Weise zu spiegeln.

Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem sieben Bundesverbände aus der soziokulturellen Arbeit angehören. Seit 1988 fördert er Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen und Einrichtungen qualitative Maßstäbe setzen. Die Haushaltsmittel werden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bereitgestellt.

Im März dieses Jahres gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur: Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die im zweiten Halbjahr 2016 beginnen oder realisiert werden.

Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 2. Mai 2016, die Projekte dürfen nicht vor Mitte Juli 2016 beginnen.

Nähere Infos unter www.fonds-soziokultur.de

Projektförderung Amadeu Antonio Stiftung

Das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung ist es, eine zivile Gesellschaft zu fördern, die antidemokratischen Tendenzen entschieden entgegentritt. Dafür unterstützt sie Projekte und Initiativen, die sich für eine demokratische Zivilgesellschaft engagieren, für Minderheitenschutz und die Menschenrechte eintreten und sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen. Mehr Infos zu den Förderkriterien gibt es hier.