Grundsätze

Die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg stehen mit ihren künstlerisch-ästhetischen Bildungsangeboten dafür ein, Kinder und Jugendliche bei einem gelingenden Start in das Leben zu unterstützen. Sie vertreten ein Bildungsverständnis, das die individuelle Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Die LKJ Brandenburg versteht Kulturelle Bildung als substanziellen Teilbereich eines allgemeinorientierenden Bildungsprozesses. In seiner Gesamtheit qualifiziert dieser für eine aktive Mitgestaltung sozialer, politischer und kultureller Herausforderungen einer Gesellschaft im ständigen Wandel.

portrait-sajad-6-jahre-foto_amanullah-amrani_presseKulturelle Bildung hat das Potential, Perspektiven für die Vielfalt unterschiedlicher Lebensformen zu eröffnen und damit neue Handlungsrahmen zu schaffen. Sie kann zeitgleich zu einer selbst reflektierten Auseinandersetzung individueller und selbstbestimmter Lebenswege anstiften.

Kulturelle Bildung ist für die LKJ Brandenburg insofern ein unverzichtbarer Bestandteil eines umfassenden und kontinuierlichen Selbstbildungsprozesses. Sie wächst aus ganzheitlicher Schulung der sinnlichen Wahrnehmung und der Wertevermittlung anhand eines weiten Facettenspektrums. In den verschiedenen Sparten der Künste sind das vorrangig Bildende und Darstellende Kunst, Literatur, Musik, Zirkus, Medienkunst oder Spielpädagogik. Im Zentrum aller Arbeit steht die Wertschätzung für die Heranwachsenden.

Zielgruppen

Die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg wenden sich mit ihren Bildungsprogrammen an alle Kinder- und Jugendliche (im Alter von 4 bis 26 Jahren), unabhängig von Geschlecht (gemäß der Leitlinien und Empfehlungen zur geschlechtergerechten Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und für den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz (§§ 11-14 SGB VIII) für das Land Brandenburg) und Herkunft, mit oder ohne Behinderungen. Um gerechte Teilhabechancen zu stärken, wenden sich die Angebote grundsätzlich auch an Schulträger und Kindertagesstätten.

Arbeitsprinzipien

Die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg stehen für disziplinäre sowie interdisziplinäre künstlerische Arbeitsformen. Im Rahmen ihrer Bildungsangebote und -orte verfolgen sie folgende künstlerisch-kulturelle Arbeitsprinzipien:

(a)      Im Gegensatz zum unterrichtlichen, verpflichtenden Lernen in der Schule, gehen die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg grundsätzlich davon aus, dass freiwillig künstlerisch-kulturellen Lernprozesse am ehesten zu Eigenaktivität und künstlerischen Gestaltungsprozessen anregen.

(b)      Wiederkehrende Prozesse werden als zwingend notwendig angesehen, um Bildung zu festigen. Die Kontinuität von (Kurs-) Angeboten ist insofern eine Grundlage für gelingende Bildungsprozesse. Darüber hinaus lassen Projekte Einblicke in andere Arbeitsfelder zu und sind somit gleichermaßen notwendig und gleichwertig. Als essentiell wird die Ergebnispräsentation angesehen, da damit persönliche Darstellungsmöglichkeiten trainiert werden und Wertschätzung einhergeht.

(c)      Sowohl im kontinuierlichen Angebot als auch im Projektbereich wird eine hohe Eigenaktivität von Kindern- und Jugendlichen angestrebt, die von Künstler*innen und Pädagog*innen qualitativ begleitend entwickelt wird. Die Mitgliedsorganisationen stehen damit für die Prinzipien kultureller Partizipation, wobei unter Partizipation die Einbeziehung von Kinder- und Jugendlichen, bei allen Ereignissen die sie betreffen, verstanden wird – im künstlerisch-kulturellen Gestaltungsprozess selbst als auch im Kontext, in dem diese zur Wirkung kommen.

(d)      Die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg bieten Lernräume für Kinder und Jugendliche, in dem der Prozess, Versuch und Fehlerfreundlichkeit, Experiment und Zufall als genauso wichtig und erforderlich angesehen werden, wie technisch und intuitiv erworbene Gestaltungs- und Wahrnehmungskompetenzen. Gleichermaßen sollen Kinder- und Jugendlichen durch pädagogische Verfahren ihre eigenen Lernschritte wahrnehmen lernen, so dass sie in die Lage versetzt werden, auch ohne pädagogische Begleitung künstlerische Arbeitsverfahren umsetzen zu können.

(e)      Die Mitgliedsorganisationen der LKJ Brandenburg verstehen sich als Partner der Jugendhilfe und bieten Kindern und Jugendlichen für ihre besonderen Lebensphasen ein Umfeld an, das neben der Entwicklung künstlerisch-kreativer Kompetenzen prinzipiell auch sozialpädagogische Intentionen verfolgt (z.B. inklusive und homogene Gruppenbildungen als gleichermaßen notwendig und gleichwertig; Möglichkeiten zur individuellen Betreuung im Einzelfall). Sie intendieren in ihren Angeboten eine oder mehrere deutlich formulierte Bildungsziele. Sie konzentrieren sich nicht auf Talent- oder Begabtenförderung bzw. ausschließlich künstlerische Projekte. Qualifizierte Mitarbeiter*innen begleiten die Kinder und Jugendlichen, es stehen geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung.

(f)       Die Mitgliedsorganisationen streben eine Auswertung ihrer Projekte an und beziehen die Ergebnisse in die Weiterentwicklung ihrer Angebote ein.