Was Jugendliche zur Flucht treibt – neue UNICEF-Studie

UNICEF ruft G7-Staaten auf, Sechs-Punkte-Plan zum Schutz von Kindern auf der Flucht und in der Migration umzusetzen

Die weltweite Zahl von Kindern und Jugendlichen, die allein als Flüchtlinge oder Migranten unterwegs sind, hat sich laut UNICEF seit 2010 verfünffacht. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden in 80 Ländern etwa 300.000 unbegleitete und von ihren Eltern getrennte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren registriert, 2010 und 2011 waren es nur 66.000 Kinder.

Zu diesem Ergebnis kommt UNICEF in dem neuen Bericht „A child is a child. Protecting children on the move from violence, abuse and exploitation“. Der Report dokumentiert die Motive der Heranwachsenden, sich auf den Weg zu machen sowie die Risiken, denen sie ausgesetzt sind. Denn immer mehr minderjährige Flüchtlinge und Migranten weichen auf extrem gefährliche Routen aus.

Da es kaum legale Wege gibt, um Landesgrenzen zu überqueren, sind sie auf die Hilfe von Schleusern und Menschenhändlern angewiesen. Der Bericht unterstreicht die dringende Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen und Maßnahmen, um diese Kinder und Jugendlichen vor Ausbeutung, Missbrauch und dem Tod zu bewahren.

„Jedes einzelne Kind, das sich allein auf die Suche nach einer neuen Heimat macht, ist eines zu viel. Wir Erwachsenen tun zu wenig, um sie zu schützen“, so Justin Forsyth, stellvertretender Exekutivdirektor des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. „Skrupellose Schleuser und Menschenhändler nutzen die Verletzlichkeit der Mädchen und Jungen aus. Sie helfen ihnen über die Grenzen, nur um sie wie Sklaven zu verkaufen oder zur Prostitution zu zwingen. Es ist unfassbar, dass wir Kinder und Jugendliche nicht besser vor diesen Verbrechern schützen können.“

Foto: © UNICEF/UN062486/Gilbertson VII Phot